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- Absatz : im Laufe des 16. Jh. In Europa populär
geworden; ab1630 bis zur franz. Revolution waren sehr hohe und rote
Absätze ein Privileg des hohen Adels
- Almosentasche : auch Aumonière, bei Männern und
Frauen am Gürtel befestigte Tasche zur Aufbewahrung von Spendengeldern;
aus Stoff oder Leder, häufig kostbar ausgestattet; Vorbilder im
Orient; Ende 12.15.Jh
- Ansteckärmel : auswechselbarer, angenestelter oder angehakter
Ärmel, verbreitet seit dem Hochmittelalter, vor allem im 15. Und
16. Jh. in vornehmen Gesellschaftskreisen üblich
- Barett, das : urspr. von Birretum, einer Kragenkapuze; flache,
meist runde Kopfbedeckung , vor allem in der Anfangszeit mit Krempe
oder hochgeschlagenen Klappen, Ende 15. Jh.; vielfach auf der Kalotte
(Unterkappe) befestigt, charakteristische Renaissance Kopfbedeckung
- Basquine, die : ( span. / franz. auch Basquina, Vasquine ),
Ende 15. 17. Jh. getragener, abgesteifter Frauenrock, auch oberer
Rock unter dem Manteau
- Bouffante, die : ( von franz. bouffant bauschig ), auch Weiberspeck
genannt, Polstereinlage, mit Werg gefüllt, hauptsächlich unter
Röcken, spez. als Wulstring ( Hüftpolster ) über dem
Unterrock
- Braguette, die : Schamkapsel
- Bruch, die : ( auch Bruche, kelt. Braca, lat. Bracca ), als
Hose getragenes, zwischen den Beinen durchgezogenes, in der Taille mit
einem Gürtel befestigtes Stoffstück, im späten Mittelalter
auch genähte Unterhose; in Mitteleuropa im wesentlichen ab 12.
Jh. bis Ende 15. Jh. mit angenestelten Beinlingen getragen
- Capa, die : ( von mlat. Cappa Mantel mit Kapuze ), kurzer,
rundgeschnittener, vorne offener Umhang aus Samt, Seide oder Wolle,
evtl. mit fester Einlage versteift, mit und ohne Kragen; vielfach dekorativ
über die linke Schulter gelegt, typ. Herrenbekleidungsstück
der höfischen span. Mode; im 16. / 17. Jh. auch als Cappa magna
in längerer Form getragen
- Chaperon, der : ( franz. Käppchen ), von Männern
getragene, aus Stoffstreifen zum Turban gewundene Kopfbedeckung, als
fester, wulstiger Ring besonders von Frauen getragen; Ende 13.
15. Jh., von Italien ausgehend
- Chopine, der : ( franz; von span. Chapine ), pantoffelartiger
Überschuh mit blockartiger, 10 bis 30 cm hoher Korksohle, meist
hinten offen, auf dem Fuß geschnürt; außerhalb des
Hauses getragen, mit Leder, seltener mit Samt oder Seide verziert; Entwicklung
der Form im 14. Jh. in Spanien; hochmodern im 16. Jh. auch in England
und Frankreich
- Cioppa, die : ( ital. Gioppa ), hochgegürtetes Oberkleid
mit großen Armausschnitten oder versch. Ärmelformen, haupts.
ital. Frührenaissance
- Cotte, die : ( von afränk. Kotta Obergewand ), allg. hochmittelalterliches
Gewand für Männer und Frauen, unter dem Obergewand ( Surkot
) oder dem Mantel getragen, mehr oder weniger anliegendes Oberteil,
meist mit rundem Ausschnitt, auch vorne geschlitzt, besonders für
Frauen körperbetont, mit eingesetzten Geren ( Falten für schwingende
Weite im Rock ), Schnürung des Oberteils, meist enge, auch auswechselbare,
zuweilen extravagante Ärmel; bis zur Mitte des 14. Jh., von Frauen
bis ins 15. Jh. getragen
- Culotte, die : Bez. für die Kniehose in schmaler Schnittform,
in Mode seit 1675; zuerst kaum sichtbar unter dem Justaucorps; Strümpfe
überdeckten die unteren Hosenränder, seit etwa 1740 jedoch
reichten die Hosenbeine über die Strumpfränder
- Dusing, der : ( von mhd. Duz Schall, Geräusch ), Gürtel
mit Schellen oder aus Metallgliedern, -platten, oder mit div. Beschlägen,
auf oder unterhalb der Hüfte getragen, entsprechend auch mit Befestigungsvorrichtung,
höfisches, aber auch bürgerliches Ausstattungs- bzw. Schmuckstück,
2. Hälfte 14. Jh.; von Männern bis weit ins 15. Jh. getragen;
auch als Dupfing bekannt
- Echelle, die : ( franz. Treppe ), Schleife, als Miederschmuck
vorne in Reihe, nach unten hin kleiner werdend, um 1685 1785
- Falbel, die : ( urspr. von ital. Falbala ), Besatzstreifen
aus Stoff oder Spitze, mehr oder weniger gekraust, als Schmuckelement
vor allem an Ärmeln und Röcken von Rokokokleidern
- Fazilettlein, das : (urspr. ital. ), kostbar ausgestattetes
Ziertaschentuch, im 15. Jh. als fazzoletto aufgekommen, haupts. Für
Damen, ab dem 16. Jh. in Europa weit verbreitet
- Flügelärmel : öffnet sich weit nach unten, am
Hinterarm bis zu schleppenartiger Länge, ab 11. Jh., im 15. Jh.
oft gezattelt, im 16. Jh. innen längs aufgeschlitzt und vielfach
in Armbeugenhöhe zusammengenestelt, dadurch variabler Durchgriff,
gelegentlich auch Hängeärmel
- Flügelhaube : Kopfbedeckung aus anliegender, event. vorne
bogenförmiger Unterhaube und darüberliegender, schleierartigen
Überhaube aus gestärktem, feinen Leinen, meist bogig über
die Stirn fallend, mit seitlich abstehenden Flügeln über Metallstützen,
nach Vorbildern aus dem 16. Jh., z. B. der Stuarthaube
- Gamurra, die : ( ital.), repräsentatives Oberkleid vornehmer
ital. Frauen, eine Art Mantelkleid, 2. Hälfte des 16. Jh., event.
zurückgehend auf die Zimarra oder Houppelande
- Halskrause : auch Kröse, franz. fraise; in Falten gelegter
mehr oder weniger breiter, weißer, abstehender Kragen, entstanden
aus dem oberen, gekräuselten Hemdabschluß, 1. Hälfte
des 16. Jh., haupts. Aus Leinen, gestärkt, über einem Drahtgestell
oder steifen Unterkragen, auch mit Spitzenbesatz; Ende 16. Jh. Entwicklung
zum übergroßen Mühlstein, ab etwa 1630 von flacheren,
weicheren Kragen abgelöst
- Hängeärmel : hinter dem Arm von der Schulter oder
auch vom Ellenbogen an herabhängender Ärmel oder Stoffstreifen
oder funktionsloser Zierärmel, ab 1230 am Obergewand von Männern
und Frauen, beliebt im 14. / 15. Jh. in div. Formen
- Harzkappe, auch Kappe : kurzer Oberrock, vielfach mit Puffen
am oberen Ärmel und Stehkragen, evtl. aus der Schaube entwickelt,
unter Einfluß der span. Mode, ca. 1530 bis 1580
- Heerespauke: umgangsspr. für die Spanische Hose, mit Werg,
Roßhaar oder Kleie kugelig ausgefüllte Hose, etwa den halben
Oberschenkel bedeckend, dort am Bein zusammengefaßt, der Form
der unteren Hose folgten als Oberhose anliegende, verzierte Stoffstreifen;
Mitte des 16. Jh. am kürzesten, mit ausgeprägter Schamkapsel
bis 1560 getragen, noch aktuell in der 2. Hälfte des 16. Jh. und
später, ab etwa 1600 ohne Schamkapsel, typ. Hofkleidung der span.
Mode
- Hennin: franz., von arab. Hanin lieblich tönend, hohe,
auf dem Kopf getragene Spitze mit langem Schleier ( Flinder ), meist
kombiniert mit einem die Stirn bedeckenden Tuch, getragen von 1385
1483, Variation mit doppelter Schleierkonstruktion als Schmetterlingshaube
der Burgundischen Mode
- Heuke: auch Hoike oder Tiphoike, mantelartiger Umhang mit kreisrundem
Schnitt, an einer Seite offen, auf der Schulter geknöpft, für
Frauen eher geschlossener, ab 1. Hälfte 14. Jh., nach 1400 bis
ins 16. Jh. typ. für Frauen des Bürgertums, die sie über
den Kopf gelegt trugen, z. B. in extremer Form mit breitem, schirmartigen
Gestell, oder als Tiphoike ( niederl. / nd.), auf der Stirn gehalten
von einer flachgewölbten, runden Holzkappe mit pompongekrönter
Spitze
- Hosenlatz: Hosenvorderverschluß in Form einer rechteckigen
oder dreieckigen Klappe, ab Mitte des 15. Jh. an den nun am Rumpf vorn
und hinten zusammengefügten Strümpfen, bzw. der Strumpfhose,
Befestigung mit Nesteln, immer stärkere Betonung durch Ausstopfung,
Verzierung, daraus Entwicklung der Schamkapsel, aktuell bis ins späte
16. Jh.
- Houppelande: langes, weites, mantelartiges Gewand mit Ärmeln,
meist vorne offen, gegürtet, für Männer seitl. Geschlitzt
und oft mit Stehkragen; zunächst von Männern, dann auch von
Frauen getragen, ab Anfang 15. Jh. auch kürzere und engere Formen
für Männer, bis Ende 15. Jh. weit verbreitet.
- Joppe: ( auch Juppe, Jupe, Schoppe ), jacken- oder rockartiges
Kleidungsstück, urspr. eng anliegendes, vorne zu schließendes
Obergewand, von Männern, später auch von Frauen bis ins späte
Mittelalter getragen; ab dem 16. Jh. bürgerliche Jacke
- Kalotte: ( franz. calotte Käppchen ), eng anliegende,
halbkugekförmige Kappe aus Leder oder Stoff, seit dem 13. Jh. unter
dem Helm, Ende 15. Jh. und im 16. Jh. von Männern und Frauen urspr.
als Netzunterhaube unter dem Barett getragen und dieses darauf befestigt,
als Frauenkappe auch aus besticktem und mit Perlen verziertem Goldstoff,
Samt oder Seide
- Kruseler: auch Krüseler, von mhd. / mnd. Krus gekrümmt;
halbkreisförmig geschnittener, fester Kopfschleier mit mehreren
Rüschenreihen, das Gesicht umrahmend, auf den Schultern aufliegend;
um 1400 auch mit der Rise kombiniert getragen, 14. Jh. bis 1. Drittel
15. Jh. vielfach Gegenstand von Kleiderordnungen
- Kuhmaulschuh: auch Ochsenmaul, Bärentatze, flacher, stumpfer,
seitl. und meist auch vorn sehr weit ausgeschnittener, sehr breit wirkender
Lederschuh, evtl. mit haltendem Gurt über dem Fuß, auch mit
modischer Schlitzverzierung, in allen Bevölkerungskreisen beliebt,
ab etwa 1480 bis 1530 dem Entenschnabelschuh folgend
- Lederse, der auch Lerse, lederne strumpfartige Fußbekleidung,
ab 1330; im 16. Jh. in der Art langer Stiefel, mit einer Lasche am Gürtel
befestigt oder zu Stulpen heruntergeschlagen.
- Mahoître, Polster zur Betonung von Schulter und oberem
Ärmel; an kurzen Oberröcken des Mannes, auch an langen Obergewändern
der höfischen Männerkleidung, späte burgundische Mode,
ab Mitte 15. Jh., auch Halbärmel der franz. Aventuriers ( fahrende
Ritter )
- Manteau, der : franz. Mantel, repräsentatives, höfisches
Oberkleid aus luxuriösen Stoffen, steifes, enges Miederteil, meist
mit Schneppe, Rock vorne offen, seitlich zurückgeschlagen und gerafft
oder glatt, in der Öffnung sichtbar der oberste, reich ausgestattete
Unterrock, die Jupe; ab etwa 1630 mit Schleppe, später mit Bouffanten
- Medicikragen : hinten hochstehender, abgesteifter Spitzenkragen,
vorne ins Dekollete übergehend; in Falten gelegt oder glatt in
Italien und Frankreich Ende 16. Jh. / Anfang 17. Jh. als alternative
Kragenform zur spanischen Halskrause getragen
- Mieder : ( von mhd. Muoder Bauch, Leib ), von der Bezeichnung
des Körperteils später übergehend auf ein enges, den
körper umschließendes Kleidungsstück
- Muff, der : (von mlat. muffula, Pelzhandschuh ), röhrenförmige
Hülle zum Hineinschlüpfen mit den Händen, meist aus Pelz,
auch aus Stoff, Samt, bestickte Seide, Federn, usw.; auch als Zierstück
außerhalb seiner Zweckbestimmung mitgeführt, seit Anfang
16. Jh. in meist bürgerlichen Kreisen
- Muffe, die : ( von mlat. muffula Pelzhandschuh ), Verlängerung
und trichterförmige Erweiterung des unteren ( engen ) Ärmels
bis über das Handgelenk oder die Fingerspitzen hinaus, urspr. wohl
Haltemöglichkeit des Ärmels beim Anziehen des Oberteils, etwa
1370 1400 und nochmals gegen Ende des 15. / Anfang des 16. Jh.
an Männerkleidung, auch separat als Kälteschutz angenestelt
- Nestel: ( ahd., mhd., veraltet ) Schnur, Riemen oder Band zum
Verbinden zweier Kleidungsstücke oder Teile, auch in schmückender
Funktion, im Mittelalter zum Befestigen des Strumpfes oder Beinlings
am Gürtel der Bruch bzw. an das Wams, weiterhin z. B. als Kleiderverschluß,
zum Anbringen loser Ärmel, u. ä. bis etwa 1630
- Nuschenmantel: Umhang mit der Schnittform eines Kreissegmentes,
auf der Brust mit einer Spange ( Nusche ) gehalten, löste den halbkreisförmigen
Tasselmantel ab, von Männern und Frauen getragen, 14. Bis ins 15.
Jh.
- Palatine: ( von franz. palatin pfälzerisch ), Pelzkragen,
auch in Samt oder Spitzenausführung 1676 durch die Herzogin von
Orleans ( Liselotte von der Pfalz ), in Mode gekommen
- Pantoffel: ( von ital. Pantofla ), aus Sohle und Vorderkappe
bestehendes Schuhwerk, hinten meist offen; aus dem pers. Altertum über
Italien nach Mitteleuropa gekommen, im 15. Jh. verbreitet, im 16. Jh.
mit dicker Korksohle; ab dem 17. Jh. obligatorisch mit Absatz
- Planchette: ( franz. Brettchen, nach 1670 dt. auch Blankscheit
), starrer Einsatz, vielfach Schiene oder Stab im Vorderteil des Mieders,
aus div. Material, häufig Metall, daher stark formend; erstmals
2. Hälfte 14. Jh. besonders jedoch im 16. / 17. Jh. in der spanischen
Mode, dabei Mieder oder Kleidoberteil meist in der Scheppe auslaufend,
also optisch die schlanke Taille unterstreichend
- Pluderhose: ( von veralt. Pludern, sich bauschen ), Hose aus
einzelnen, nicht aneinander genähten Streifen, in der Taille zusammengehalten;
getragen über einer Futterhose aus Leinen oder Seide, meist in
einer Kontrastfarbe, die zwischen den Streifen hervorquoll; obligatorisch
dazu verzierte Schamkapsel; Hosenbeine bis ober- bzw. unterhalb des
Knies, auch wadenlang, unten zusammengefaßt und locker überfallend;
von Landsknechten vor und um die Mitte des 16. Jh. in Mode gebracht,
trotz mancherlei Verboten weit verbreitet; aktuell bis Anfang 17. Jh.
- Pumphose: ( von lat. Pompa Prunk, auch Puffhose ), weite Hose,
am Bein zusammengefasst; typ. für die Mode ab Mitte 16. Jh. bis
Mitte 17. Jh., als gemäßigtere Form der sog. Heerpauke.
- Rabat: (franz. ), flacher, länglicher Kragen, eventl.
Gefältelt, aus Stoff oder Spitze, vorn herabhängend, um 1630
als vorn übriggebliebener Restbestand des schulterbreiten Schwedenkragens,
der infolge der nun aktuellen Langhaarfrisuren überflüssig
geworden war, bis nach 1675 getragen
- Reifrock: mit Reifen versteifter, abstehender Damenrock oder
separates Gestell, etwa1470 in Spanien aufgekommen, im 16. / 17. Jh.
die typ. Silhouette der Spanischen Mode mitbestimmend
- Rheingrafenhose: ( franz. Rhingrave, in England petticoat-breeches
), knie- bis wadenlange Hose mit sehr weiten Beinen, wie ein Rock wirkend,
jedoch mit zusammenziehbarem Band an jedem Bein, mit ausgeprägten
Volants und Bänderschmuck unterhalb des Knies, auch als Rockhose
über einer Knielangen Pumphose, angeblich aufgekommen durch den
holl. Gesandten Karl Florentin Rheingraf von Salm (1651 1685),
Höhepunkt der Barockmode, etwa 1655 1680
- Rise: (auch Riese, von mhd. Risen fallen ), schleierartiges
Tuch aus feinem Leinen, das Kinn und Hals der meist verheirateten Frau
bedeckte, in Höhe der Schläfen im Haar festgesteckt und zusammen
mit einem Schleier um den Kopf getragen, 14. Bis ins 15. Jh., aus der
Spätzeit sind eine Art länger geschnittene Rise mit gerüschtem
Rand bekannt
- Rock: (ahd. / mhd. Roc, urspr. von ruk spinnen ), im Mittelalter
bis ins 14. Jh. Obergewand mit Ärmeln, getragen von Männern
und Frauen, 1. Als Oberteil, Verkürzung des Obergewandes führte
nach Mitte des 14. Jh. zur jackenartigen Oberbekleidung des Mannes,
erstmals in der Form der Schecke zu fassen, 2. Als unterer Teil des
Frauenkleides in der Abendländischen Kultur seit etwa 1400, als
Halbrock ohne zugehöriges Oberteil zuerst in der Unterkleidung,
ab dem 15. Jh. in der bürgerlichen Oberbekleidung
- Ropa: (span.), mantelartiges, locker geschnittenes span. Hofkleid,
vorne offen, event. lose in der Taille zusammengehalten, ärmellos,
mit gebauschten kurzen oder langen, dann vorne geöffneten, beutelartigen
Zierärmeln, diese in Spanien Ropaärmel genannt, häufig
im Nacken hochstehender Kragen, anfangs auch einfacher Stehkragen, wirkte
auf die Hofkleidung außerhalb Spaniens, ähnlich ein in Deutschland,
den Niederlanden und zum Teil in Frankreich getragenes Überkleid,
weiter Rock genannt, auch die späte Form des Vliegers, Mitte 16.
/ Anfang 17. Jh.
- Roßhaarfutter: fülliges Einlagematerial, hergestellt
aus Schweif- und Mähnenhaaren des Pferdes, als Schuß auf
einer Baumwoll- oder Wollkette, zur Versteifung und Formung von Kleidungsstücken,
stabilisierendes Grundmaterial der Krinoline ( franz. crin Roßhaar
).
- Schamkapsel: ( auch franz. braguette ), Auspolsterung des Hosenlatzes
bis hin zu in Form des Geschlechtsteils hochstehender Ausbuchtung, vielfältig
verziert mit Schlitzen, Schleifen usw., aufgekommen in Frankreich Ende
15. Jh., Weiterentwicklung des Hosenlatzes zwischen den nun zusammengefügten
Strümpfen, besonders auffällig in der Landsknechtkleidung,
auch typ. in der Hofkleidung der Spanischen Mode, Ausdruck männlichen
Machtstrebens im privaten und gesellschaftlichen Bereich; moralisch
verurteilt, jedoch weit verbreitet, beliebt bis gegen 1700
- Schärpe: meist schräg über die rechte Schulter
um den Oberkörper gelegtes Band oder weicher, breiter, gürtelartig
um Taille oder Hüfte gebundener Stoffstreifen, seit dem Altertum
als Rangabzeichen, im 16. / 17. Jh. als militärisches Unterscheidungsmerkmal,
dann als Schmuck und Rangabzeichen in die Zivilkleidung eingegangen
- Schaube: ( von Djubbeh, urspr. arab. Obergewand ), weites Obergewand,
vorn offen getragen, charakteristisch mit breitem, auf der Schulter
aufliegendem Schalkragen, div. Ärmelformen, häufig Hängeärmel,
in reicher Ausführung mit kostbaren Stoffen und mit Pelzverbrämung
bzw. fütterung; für Frauen oft mit Stehkragen, typ. bürgerliches
Kleidungsstück, jedoch auch bei Hofe und auf dem Lande beliebt;
Länge zwischen fußlang und kniekurz, in der Spanischen Mode
auch über dem Knie endend, modern spätes 15. Jh. / Mitte 16.
Jh.
- Schecke: ( von franz. jaque, jaquette ), eng anliegende, kurze
Männerjacke; Wattierung im Brustbereich, schmale Taille, vorderer
Knopfverschluß, häufig Stehkragen, div. Modische Ärmelformen,
sehr kurzes Schößchen; nach Mitte 14. Jh. aktuell; höfisches
aber auch bürgerliches, extravagantes Kleidungsstück, modern
bis etwa 1430
- Schellenschmuck: Verzierung in Form von kleinen Glöckchen
( geschlossene Form ), an Gürtel ( Dusing ), Schuhspitze ( Schnabelschuh
), Kopfbedeckung, Säumen u. ä., von Männern aber auch
Frauen getragen, besonders in Deutschland sehr beliebt, frühester
Nachweis am Krönungsmantel Ottos III. ( 996 ), seit dem 13. Jh.
in Umlauf, von den höheren Ständen ausgehend, obwohl vielfach
den Bürgern untersagt, weit verbreitet, besonders Modern in der
1. Hälfte des 14. Jh., 1480 endgültig verboten; seit dem 14.
Jh. auch Teil der Narrentracht
- Schleife : zwei miteinander Verknüpfte Schlaufen eines
oder zweier Bänder, als Verschluß oder Schmuck; bis etwa
1600 nur gelegentlich an der Kleidung, z. B. am Strumpfband, z. B. in
der Landsknechtkleidung, in der 1. Hälfte des 17. Jh. zuerst beliebt
in der Herrenkleidung, noch vor 1630 vereinzelt auch in der Damenkleidung
- Schleppe: überlange, nachschleifende hintere Rockpartie,
auch separate, an den Schultern oder in der Taille angebrachte Stoffbahn,
ab dem hohen Mittelalter repräsentatives Element der Kleidung,
besonders in höfischen Kreisen, typ. in der Burgundischen Mode;
Länge nach Maßangabe des gesellschaftlichen Ranges, ähnlich
der Mode im Spätbarock
- Schlitzmode: Schlagwort für eine Modeerscheinung, bei
der die Kleidung an verschiedenen Stellen oder flächendeckend durch
Schlitze verschiedener Art so geöffnet war, daß Unterkleidung
bzw. farbiges Futter zum Vorschein kam; anfangs als Funktionsschlitze
zur Bequemlichkeit und Beweglichkeit, bald als dekoratives Mittel genutzt,
ausgehend von Oberitalien ab etwa 1470 / 1480; typ. und in extremer
Form in der Landsknechtkleidung, 1. 3. Viertel 16. Jh.; auch
vorgefertigt mit eingeschnittenem oder eingebranntem Muster von Webereien
angeboten; Auflösung der Fläche zu einzelnen Streifen bei
der Heerpauke, bis nach 1530 und der Pluderhose, Mitte 16. / 1. Hälfte
17. Jh., ähnlich an Ärmeln
- Schnabelschuh: ( franz. poulaine ), Schuh mit langer Spitze,
meist seitl. Verschluß, auch geschlitzt, mit Schelle an der Schuhspitze,
Ende 14. Jh., in gemäßigter Form auch von Frauen getragen,
Gegenstand div. Kleiderordnungen, Länge je nach gesellschaftlichem
Stand, urspr. aus dem Orient, in Mode nach 1360, mit Unterbrechung in
der 1. Hälfte des 15. Jh. bis nach 1480, im Einflußbereich
der Burgundischen Mode
- Schnebbe: auch Schneppenhaube, Schniepe oder Schnibbe, kleine
Haube mit einer auf die Stirn reichenden Spitze; um 1600 aus der Stuarthaube
hervorgegangen
- Schneppe: auch Schneppen- oder Schnebbentaille bzw. Schnebbe
, in den Rock ragende Spitze des Kleidoberteils, im allgemeinen verbunden
mit starker Taillierung, typ. für die span. Mode
- Sella: ( ital. ) kleine Hörnerhaube für Frauen, mit
Juwelen und einem Schleier ausgestattet, ital. Frührenaissance
- Sendelbinde: ( mhd. zendal, zindal mittelalterlicher Seidenstoff
), extrem verlängerte Kapuzenspitze der Gugel, die daher auch turbanartig
um den Kopf gelegt werden konnte, Mitte 14. 15. Jh.; auch separate
Stoffstreifen, zum Turban gewunden, zuerst in Italien ( Chaperon, auch
Cappuccio ), mit seitlich herunterhängendem Bandende, Ende 13.
15. Jh.
- Spanische Mode: etwa 1530 1620, Silhouette: starre,
den Körper stilisierende, bzw. verneinende Formen durch Wattierung
und Polsterung, Einengung der Taille, bei Frauen auch des Oberkörpers,
sowie steife Umhüllung des Unterkörpers, hochgeschlossene
Kleidung, Stehkragen, Halskrause, dazu Betonung der Schulterlinie mit
Achselstücken oder auch Ärmelpuffen, als Überkleidung
berühmt die Spanische Kappe; Bevorzugung schwarzer Stoffe; konnte
sich in ganz Europa durchsetzen, jedoch vielfach zu weniger strenger
Form abgewandelt
- Strumpfband: um den Strumpf gebundenes oder anderweitig befestigtes
Band, Halterung des Strumpfes; über den Zweck hinaus meist schmückendes
Beiwerk; bereits im Mittelalter bekannt. Um 1300 als Band ( Jarretière
) unter dem Knie; ähnlich in der 2. Hälfte des 16. Jh. auch
mit Spitze verziert; im 17. Jh. häufig mit Rosette; für Damen
bes. im 18. Jh. modern
- Stuarthaube: ( auch Attifet, Attiffet ), weiße oder schwarze
kleine Kopfbedeckung, rechts und links am Oberkopf abstehend und auf
der Stirn im Bogen aufliegend, aus Seide, Samt oder Spitze, auch spitzenverziert,
typ. Haube der Maria Stuart ( 1542 1587 ), 2. Hälfte 16.
Jh. weiterentwickelt zur Flügelhaube und Schnebbe
- Suckenie: weites Obergewand für vornehme Männer und
Frauen, ohne Ärmel, lediglich mit Armschlitzen; über einem
Untergewand getragen; 12. bis etwa Mitte 14. Jh.; innerhalb dieses Zeitraumes
vom Surkot häufig nicht zu unterscheiden
- Surkot: ( von franz. surcôt über der Cotte ) , höfisches
Obergewand für Männer und Frauen; zunächst weit fallend,
da ungegürtet, mit kürzeren, weiten Ärmeln, evtl. auch
hängenden Zierärmeln; bes. in Frankreich; ab etwa 1200 meist
nur mit Armlöchern, häufig pelzverbrämt, die sich Mitte
des 13. Jh. aber besonders im 14. Jh. ständig vergrößerten,
darunter bei Frauen das eng anliegende Unterkleid sichtbar, besonders
als vom Vorder- und Rückenteil ab etwa Mitte des 14. Jh. lediglich
schmale Stoff- oder Pelzblenden verblieben, in der Mitte des Oberkörpers
und um die Hüften führend (Teufelsfenster ), Verkürzung
des Frauengewandes in Hüftlänge, auch als eng anliegende Jacke
bis ins 15. Jh. getragen.
- Tappert: ( auch Tabart ), knöchellanges bis kniekurzes,
faltenreiches Obergewand für Männer, meist ungegürtet;
seitlich vom Saum aus bis fast in Schulterhöhe offen, ärmellos;
in geschlossener Form auch mit versch. Ärmeln, über dem Wams
oder ohne dieses getragen, beliebt seit Anfang 14. Bis 2. Hälfte
15. Jh.
- Tasche: an der Kleidung angebrachter oder separater, mehr oder
weniger als modisches Beiwerk mitgeführter Behälter: Schmuck-
oder Gebrauchsgegenstand; bis ins Mittelalter häufig separate Tasche
in der Art eines einfachen Beutels, im hohen Mittelalter bis ins 16.
Jh. an den Gürtel gehängt; von Frauen unter dem Oberrock,
vielfach als zwei rechts und links um die Taille gebundene Hüfttasche
getragen, von außen erreichbar durch Schlitze, bes. unter den
Reifröcken
- Taschentuch: Zier oder Gebrauchstuch, auch mit symbolischer
Bedeutung; seit der röm. Antike nachzuweisen, im 15. Jh. besonders
in der ital. Renaissance als Ziertuch, meist in der Hand gehalten, bis
ins 18. Jh. hinein in vornehmen Kreisen ein bedeutendes Accessoire;
aus Spitze oder bestickt
- Tasselmantel: halbkreisförmig geschnittener, langer Mantel
für Frauen und Männer, vorn mit Tasseln geschlossen; auch
mit Pelzfutter und kragen; 13. / 1. Hälfte 14. Jh.
- Tasseln: ( fem. Plural von lat. Tasselus ), zwei meist runde,
scheibenförmige Schmuckelemente am Mantel, beiderseits der vorderen
Öffnung unterhalb des Halsausschnittes, verbunden mit einer Kette
oder einem Band, dadurch Halt des Mantels auf der Schulter und Regulierung
des Sitzes durch Zug an der Kette, 13. Jh./1. Hälfte 14. Jh.
- Teufelsfenster: (auch Höllenfenster, franz. fenêtres
denfer ), sehr tiefe und breite Armausschnitte am Surkot
der Frauen, in denen das körperbetonte Unterkleid zu sehen war;
Mitte 14. Bis ins 15. Jh. auch mit Pelzverbrämung
- Toque: (franz.), steifer Hut ohne Krempe, hoch oder flach,
meist mit Dekoration, nach 1530 als Nachfolgerin des Baretts in der
Spanischen Mode beliebt bei Männern und Frauen, zuerst noch mit
weichem, hoch ausgepolstertem Kopfteil, dann in der Gestaltung nach
einem in Albanien getragenen hohen Hut
- Trichterärmel: mit trichterförmiger Erweiterung von
der Schulter aus, dreiviertel- bis siebenachtellang, im Mittelalter
ab etwa 11. Jh.; um 1300 auch mit Aufschlag; Bezeichnung nicht eindeutig
festgelegt, ähnlich dem Tütenärmel
- Trippe: flache Untersohle aus Holz mit Fußhalterung,
auch zusätzlich mit zwei Holzstützen oder Eisenring; diente
als Schutz gegen Straßenschmutz; seit dem 12. Jh., nach orient.
Vorbildern; im 14. / 15. Jh. zu den Schnabelschuhen
- Tütenärmel: zum Handgelenk hin tütenförmig
erweiterter Ärmel; ab dem 11. Jh., letztes Viertel 14. Jh. bis
Mitte 15. Jh. weit herabhängend und vielfach gezattelt; optisch
mit Flügeln vergleichbar, daher auch Flügelärmel genannt.
- Unterhose: als Männerunterhose des Mittelalters, von Frauen
seit dem 15. / 16. Jh. nur in Ausnahmefällen, z. B. zum Reiten
angezogen; Unterhose im heutigen Sinne seit etwa 1780 von Vornehmen
getragen.
- Verdugado: auch Verdugada, die; ( von span. Verdugo Rute, Gerte;
franz. vertugadin oder vertugale; engl. farthingale ) Reifrock, innen
oder außen zuerst am Oberkleid, später am Unterrock befestigte,
zu Reifen gelegte Weidenruten; aufgekommen in Spanien um 1470; seit
der 1. Hälfte des 16. Jh. auch in Frankreich, anschließend
in England modern; anfangs glockenförmig oder kegelförmig;
während der Hochblüte der weit verbreiteten Spanischen Mode
bes. außerhalb Spaniens tonnenartig, 2. Hälfte 16. Jh. bis
1620 aktuell, jedoch am spanischen Hof in besonders breiter, ovaler
Form als Guarda infantes, bis Ende 17. Jh. ähnlich an konservativen
europ. Höfen ( Wien, England ) bis über 1800
- Vlieger: ( niederl. ), Oberkleid in der Art eines Mantelkleides;
urspr. mit vorn geschlossenem Oberteil, seit Anfang des 17. Jh. in der
typ. steifen, leicht taillierten vorn weit offenen Form; meist mit angenestelten
Ärmeln, Ende 16. / nach Mitte 17. Jh.; Teil der Regentinnenkleidung
( konservative, strenge Kleidung der holl. Patrizierinnen im 17.Jh.
- Wams: meist anliegendes Oberteil für Männer, in der
Regel mit Ärmeln, vorn geknöpft oder geschnürt, entstanden
im Hochmittelalter als gepolsterter Oberkörperschutz unter dem
Panzer seit 1430 unter der Schecke, gegen 1300 auch ohne jede Überkleidung,
jedoch weiterhin über dem Hemd getragen, gern mit tiefem Ausschnitt,
dekorativen Schlitzen, repräsentativen, häufig austauschbaren
Ärmeln; im Laufe des 16. Jh. hochgeschlossen, Kragen bzw. Stehkragen,
Schulterwülste, außerhalb Spaniens auch mit Gänsebauch
beliebt; seit Anfang des 17. Jh. lockerer geschnitten, angenestelte,
längere und geteilte Schoßteile, später zur Rheingrafenhose
knapp taillenkurz
- Wespentaille: außerordentlich schmale, geschnürte
Taille, typ. in der Burgundischen Mode, auch bei Männern, Spanische
Mode, Rokokozeit
- Weste: (von franz. veste Jacke), anliegendes Oberteil, vorn
zu schließen, zwischen Hemd und dem Oberrock getragen; etwa 1660
/ 70 aus dem Wams entwickelt; langärmelig mit langem Schoßteil,
prunkvoll ausgestattet, auch mit vertieftem Ausschnitt
- Wimpel: (auch franz. guimpe), schleierartige Kopfbedeckung,
auch Nacken und Hals einhüllend, meist aus Leinen; zumindest in
Frankreich zweiteilig aus Barbe und Schleier bestehend; auch in anderer
Art das Kinn verbergend umgelegt, so in Deutschland im 14. / 15. Jh.
hier meist als Rise bezeichnet, durchweg zur Kleudung der verheirateten
oder verwitweten bürgerlichen Frau gehörend; hauptsächlich
12.15. Jh.
- Zattel, Zattelmode: auch Zaddel; Verzierung an den Kanten div.
Kleidungsstücke, vor allem an Säumen von Gewändern und
weiten Ärmeln, aber auch an Kopfbedeckungen u. ä.; auch in
mehreren Reihen übereinander: Zacken oder Einschnitte, von unterschiedlicher
Form, fest oder lappig hängend, vor dem 14. Jh. an der Kleidung
von Gauklern, Spielleuten usw.; gegen Ende des 14. Jh. bis nach 1430
an der Kleidung der Männer sowie vornehmer Frauen; größte
Ausprägung in der Burgundischen Mode und deren Einflußbereich,
so in Italien zur Zeit der Frührennaissance
- Zimarra: ( auch Simarra ), mantelartiges Übergewand, vorn
zu schließen, mit weiten Armlöchern oder separaten Ärmeln;
auch Hängeärmeln; häufig mit Pelz verbrämt und mit
breitem Pelzkragen; im 15. Jh. meist bodenlang, im 16 Jh., besonders
auch in der Spätrenaissance kürzer; Typ. repräsentatives
Kleidungsstück der ital. Renaissance, haupts. Von venezianischen
Männern getragen, jedoch mit Schleppe auch von den vornehmen Venezianerinnen
- Zoccolo: ( ital. ), Stelzschuh mit geschweiftem oder zu einer
kleinen Auftrittsfläche zusammenlaufendem Sockel aus Holz oder
Kork, auch mit zwei einzelnen Sockelstücken; nach orientalischen
Vorbildern; seit Ende des 15. Jh. in Italien, bes. in Venedig, dort
beliebt bis Anfang des 17. Jh.
01.01.2007,, AL/RL
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